Archäobotanik

Archäobotanik – Was steckt dahinter?

Archäobotanik ist die Wissenschaft von den Pflanzenresten aus archäologischen Ausgrabungen. Archäobotanikerinnen und Archäobotaniker untersuchen Samen, Früchte, Holzkohle und Pollen, die sich über Jahrhunderte und Jahrtausende im Boden erhalten haben – und rekonstruieren daraus, welche Pflanzen Menschen früher angebaut, gesammelt und genutzt haben.

Was uns alte Pflanzen verraten

Ein verkohlter Getreidekorn aus dem 8. Jahrhundert, ein Apfelkern aus einer mittelalterlichen Abfallgrube, Pollenspuren in einem Moorsediment – all das sind Zeugnisse vergangener Lebenswelten. Die Archäobotanik erschließt, was auf dem Speiseplan stand, wie Felder bestellt wurden, welche Heilpflanzen bekannt waren und wie sich das Klima verändert hat.

Vom Fund zur lebenden Pflanze

Der Archäobotanische Garten Burggrumbach geht einen Schritt weiter: Hier werden die Erkenntnisse der Wissenschaft sichtbar und erlebbar. Die Pflanzen, die in historischen Quellen und archäologischen Funden nachgewiesen sind, wachsen hier tatsächlich – man kann sie anfassen, riechen, schmecken.

Das macht den Garten zu einem lebendigen Lernort: nicht ein Museum mit Objekten hinter Glas, sondern ein Garten, der sich mit den Jahreszeiten verändert, blüht, duftet und Früchte trägt.

Warum alte Sorten wichtig sind

Viele historische Kulturpflanzensorten sind vom Aussterben bedroht. Die moderne Landwirtschaft hat sich auf wenige Hochleistungssorten konzentriert – auf Kosten einer enormen genetischen Vielfalt, die über Jahrtausende entstanden ist. Diese Vielfalt ist nicht nur kulturelles Erbe, sondern auch eine Ressource für die Zukunft: Alte Sorten sind oft widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit, Schädlingen und Krankheiten – wichtige Eigenschaften in Zeiten des Klimawandels.

Der Archäobotanische Garten Burggrumbach trägt dazu bei, diese Vielfalt zu erhalten – nicht im Kühlregal eines Saatgutarchivs, sondern im lebendigen Boden eines fränkischen Burggrabens.

Unsere wissenschaftlichen Partner

Der Garten ist vernetzt mit Botanikern, Archäobotanikern und Sortenkundlern aus der Region und darüber hinaus. Zu den Kooperationspartnern zählen unter anderem Gerd Meyer (Maulbeerspezialist, Weißenburg), Mario und Uli Pierl (Haus der Quitte, Volkach) sowie Dr. Jürgen Jung und weitere Fachleute, die das Projekt mit ihrem Wissen begleiten.

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